ANWALTSKANZLEI
ALOIS FUGGENTHALER
FACHANWALT FÜR FAMILIENRECHT
BUNDESWEIT TÄTIG IN FAMILIENSACHEN

Die Scheidung

1) Scheidungsvoraussetzungen
2) Getrenntleben
3) Einverständliche Scheidung
4) Vertretung durch einen Rechtsanwalt

 

1) Scheidungsvoraussetzungen

Bei einer einverständlichen Scheidung wollen beide Ehepartner die Scheidung. Wenn ein Ehepartner Scheidungsantrag stellt, ist davon auszugehen, dass der andere Ehepartner der Scheidung zustimmt.

Für eine Scheidung ist ein einjähriges Getrenntleben erforderlich. Bei vielen Familiengerichten kann jedoch Scheidungsantrag schon nach einem Getrenntleben von 10 Monaten beantragt werden.

Ein besonderer Sachvortrag im Scheidungsantrag ist dann erforderlich, wenn nur ein Ehepartner die Scheidung will und der andere der Ehescheidung nicht zustimmt.

Das Scheidungsverfahren selbst dauert ca. 6 – 12 Monate, je nach Auslastung des Gerichts und Dauer der Auskünfte zum Versorgungsausgleich. Im Einzelfall kann die Scheidung daher auch in wesentlich kürzerer Zeit durchgeführt werden.

Das Scheidungsverfahren wird dann verzögert, wenn ein Ehepartner die Unterlagen zum Versorgungsausgleich nicht oder nur sehr zögerlich ausfüllt und Anfragen der Rentenversicherungsträger nicht beantwortet.

Eine Abkürzung des Scheidungsverfahrens ist z.B. dann möglich, wenn kein Versorgungsausgleich durchgeführt wird.

Es besteht die Möglichkeit den Versorgungsausgleich durch Vergleich, der vom Familiengericht genehmigt wird, auszuschließen. Dafür ist jedoch auch ein Anwalt für den anderen Ehepartner erforderlich.

Der Versorgungsausgleich kann auch durch notarielle Urkunde ausgeschlossen werden. Dieser Ausschluss wird jedoch dann unwirksam, wenn binnen eines Jahres nach Abschluss des Ausschlusses des Versorgungsausgleichs ein Scheidungsantrag gestellt wird.

 

 

2) Getrenntleben

Getrenntleben bedeutet, dass ein Ehepartner die Trennung will und die tatsächlichen Voraussetzungen hierfür geschaffen werden.

Wenn ein Ehegatte aus der Wohnung auszieht und eine eigene Wohnung bezieht, ist das Getrenntleben bereits durch die räumliche Trennung gegeben. Ein Getrenntleben kann jedoch auch innerhalb der Ehewohnung erfolgen. Dies setzt jedoch voraus, dass keine gegenseitige Versorgung mehr stattfindet.

Das Getrenntleben wird nicht unterbrochen, wenn die Ehegatten wieder für kurze Zeit zusammenwohnen, um einen Versöhnungsversuch zu unternehmen. Bei einem Versöhnungsversuch beginnt, im Falle des Scheiterns dieses Versuches, die Trennungsfrist nicht neu.

In erster Linie verlässt sich der Familienrichter bei der Feststellung des Getrenntlebenszeitpunkts auf die Angaben der Parteien, so dass die genaueren Umstände in der Regel im Einzelnen nicht erörtert werden.

 

3) Einverständliche Scheidung

Für eine einvernehmliche Scheidung soll man sich über die Folgesachen einig sein.

Im wesentlichen handelt es sich dabei um

  • Ehegattenunterhalt
  • Kindesunterhalt
  • Elterliche Sorge
  • Umgang

Des weiteren sollte auch schon festgelegt sein, wie mit Vermögen und Ehewohnung bzw. Hausrat verfahren wird.

 

 

4) Anwaltliche Vertretung

Wer Scheidungsantrag stellen will, kann dies nur über einen Rechtsanwalt wirksam vornehmen. Es herrscht Anwaltszwang für den Antragsteller im Scheidungsverfahren, nicht nur für die Ehescheidung selbst, sondern auch für weitere Anträge, wie Unterhalt, Elterliche Sorge etc.. Der Antragsteller muss daher für die Einleitung des Scheidungsverfahrens einen Rechtsanwalt beauftragen.

Der andere Ehegatte, der den Scheidungsantrag nicht stellt –Antragsgegnerin/Antragsgegner–, benötigt für die Zustimmungserklärung zur Ehescheidung keinen eigenen Rechtsanwalt. Die Zustimmungserklärung wird in der Regel schriftlich gegenüber dem Gericht abgegeben. Sie ist jedoch bis zum Scheidungstermin jederzeit widerruflich.

Nur wenn von Antragsgegnerseite auch im Scheidungsverfahren Anträge gestellt werden sollen, z.B. auf Unterhalt, Elterliche Sorge, Zugewinnausgleich etc. ist auch auf Antragsgegnerseite die Vertretung durch einen Rechtsanwalt erforderlich.

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Alois Fuggenthaler
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